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Dying Light PC Review

Auf der PS4 schon lange gezockt, doch nur auf Umwegen spielbar (anderer Account) und jetzt nochmal günstig für den PC gekauft....

Wie spielt sich Dying Light auf dem PC? Erfahrt alles auf dieser Seite:


Schon wieder so ein Zombiespiel? Kann das gut gehen? Genau das dachten wir, als Techland im vorletzten Jahr die ersten Szenen zu Dying Light präsentierte. Denn zwar hatte das polnische Studio mit dem rabiaten Dead Island schon einige Erfahrung im Untoten-Genre gesammelt, die Serie befand sich mit dem mäßigen Dead Island: Riptide allerdings schon wieder auf dem absteigenden Ast. Dying Light soll das Ruder herumreißen und neue Impulse setzen - und schafft das tatsächlich auch, Dying Light spielt sich klasse und sieht richtig gut aus.


Die Story von Dying Light kommt zwar nicht über Genrestandards hinaus, führt aber als roter Faden recht zielstrebig durch die gesamte Spielzeit: Als US-Spezialagent Kyle Crane springen wir über der türkischen Stadt Harran ab, um für die Hilfsorganisation GRE eine wertvolle Akte zu bergen. Die Stadt ist seit dem Ausbruch eines mysteriösen Virusabgeriegelt, zahllose Untote wanken durch die Straßen. Auch wir werden kurz nach der Landung gebissen und müssen fortan nach Antizin, einem zombiefizierungsverzögernden Mittel, Ausschau halten.

Glück im Unglück: Ein Überlebendentrupp rund um Anführer Brecken, Laufbursche Rahim und die hübsche Jade nimmt uns bei sich im sogenannten Turm auf, von wo aus wir zu Missionen in der Stadt aufbrechen. Wir treffen im Lauf der Geschichte überall in der Stadt weitere Personen, darunter den zwielichtigen Warlord Rais und den Arzt Dr. Zere. 

Die Geschichte klappert fleißig ein Zombieklischee nach dem anderen ab, da wären zum Beispiel der dramatische Tod von wichtigen Personen, Aufträge, die im Chaos enden, und die Organisation, die ein ganz anderes Interesse am Virus hat, als sie ursprünglich vorgibt. Wirklich überraschend ist der Plot nicht, und er bleibt auch bis zum Schluss vorhersehbar, aber die Story ist gut und das ganze Game spielt sich gut und ist echt spannend. Die Atmosphere ist super und die Grafik wirklich klasse. Der Blick über die Stadt ist grandios!


Turnen rettet Leben

Die Geschichte reißt also nicht mal morsche Untotenarme aus, dafür überrascht Dying Light aber auf der spielerischen Seite. Techland würzt die altbewährte Dead-Island-Rezeptur aus Aufleveln und Erforschen mit flotten Parkour-Elementen, die stark an Mirror's Edge erinnern.

Kyle muss sich nicht ständig mit den Zombies am Boden herumschlagen, sondern kann sich bei Bedarf auch auf das nächstgelegene Vordach retten, von Giebel zu Giebel hüpfen oder sich an Vorsprüngen hochziehen. Dadurch spielt sich Dying Light um einiges dynamischer als das zuweilen recht träge Dead Island, der Zugewinn an Vertikalität ist erfrischend und sorgt für eine Dynamik, die eher an Left 4 Dead erinnert als an die Untoteninsel von 2011. 

Da auch die Steuerung hervorragend funktioniert, schwingen wir uns spätestens im zweiten großen Spielabschnitt (Harrans Altstadt) behände von Dach zu Dach, springen über Zombies hinweg und kraxeln selbst höchste Türme hinauf - Dying Light ist eins dieser Spiele, in denen man schnell in einen angenehmen Flow gerät.

Perfekt ist das System allerdings nicht, denn wenn es darum geht, millimetergenaue Sprünge zu landen oder von höheren Positionen wieder herunterzukommen, knirscht es. Die Kollisionsabfrage hakt hier und da, mehr als einmal haben wir beim Sturz von einem Hausdach fast die gesamte Energieleiste verloren.

Das Kampfsystem kann seine Dead-Island-Wurzeln nicht verhehlen, auch in Harran schnappen wir uns überwiegend Nahkampfwaffen wie Zaunlatte, Heizungsrohr oder Schraubenschüssel und hauen den modernden Gestalten damit die wurmstichige Birne zu Brei.

Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, denn die Biester sind stets in der Überzahl, außerdem hat Kyle mit seiner eigenen Kondition zu kämpfen. Mehr als drei- oder viermal hinlangen ist anfangs nicht drin, denn dann muss er sich zurückziehen, um ordentlich Luft zu holen. Das wirkt nicht nur extrem antiquiert, sondern lässt uns auch mit der Frage zurück, wie Konditionskrüppel Crane überhaupt die Aufnahmeprüfung des GRE bestehen konnte. Ich persönlich habe bei PC Titeln die ich vorher auf der PS4 gespielt habe leider immer noch Probleme mit der Steuerung, aber hier geht es.  Bis auf oben erwähnte Kleinigkeiten spielt es sich so flüssig wie auf der PS4...

Die Waffen nutzen sich zudem recht schnell ab und werden nach wenigen Schlägen unbenutzbar, lassen sich aber immerhin mit Materialien wie Metallteilen wieder reparieren - was anders als bei Dead Island nun glücklicherweise jederzeit und nicht nur an Werkbänken funktioniert.

Dennoch kann es extrem frustrieren, während eines Kampfes mehrmals die Waffe wechseln zu müssen. Gerade die Kämpfe gegen menschliche, bewaffnete Gegner können so zur echten Tortur werden, da die Burschen Schläge blocken und Crane recht wenig einstecken kann. Da helfen dann meist nur explosive Fernkampfwaffen wie Molotowcocktails oder ein gezielter Wurf mit dem Messer.

Glücklicherweise ist Dying Light recht spendabel mit neuen Waffen - wer sich gut umschaut, findet in der Umgebung meist genügend Argumentationsverstärker. Ab der Hälfte der Story kann Kyle dann auch Schusswaffen wie Pistole und Sturmgewehr aufklauben - angesichts deren hakeliger Bedienung ist das aber nicht zu empfehlen.

Genug zu tun

Neben den Hauptmissionen, die knapp 13 Stunden bei der Stange halten, locken in Harran auch zahlreiche Nebenaufgaben. Die werden uns aber nicht bei jeder Gelegenheit unsanft unter die Nase gerieben, sondern ploppen eher als sanfte Empfehlung auf der Übersichtskarte auf.

In Nebenmissionen können wir zum Beispiel Botengänge für Überlebende erledigen oder an gewissen Punkten nach dem Rechten sehen. Außerdem gibt es Herausforderungen für Zombiejäger und dynamische Ereignisse, in denen wir zum Beispiel einen in die Enge getriebenen Überlebenden vor einem Untotenangriff schützen müssen.

Dazu kommen Unmengen von Loot und versteckte Truhen, die wir mit dem Dietrich in einem 1:1 von The Elder Scrolls 5: Skyrim übernommenen Minispiel knacken, das sorgt für Abwechslung. Lohnend ist besonders die Rückeroberung von sicheren Gebieten. Hier gilt es, sämtliche Untote unschädlich zu machen, ein Tor zuzuschieben und den Strom anzustellen, und schon haben wir ein neues Lager, in dem wir unsere gesammelten Bauteile bunkern können. Wenn uns das gelingt, ist das ein echtes Hochgefühl.

Der Mix aus Kämpfen, Klettern und Erkunden motiviert die ersten Stunden ziemlich, nutzt sich mit fortschreitender Spielzeit aber mindestens ebenso stark ab, weil sich die Missionen oft ähneln. Dafür stimmt die Atmosphäre: Durch die recht agilen Zombiehorden, die sich abnutzenden Waffen und das Ausdauersystem setzt uns das Spiel jederzeit unter Druck, hält uns in Bewegung. Tagsüber fühlt man sich nach einiger Zeit recht sicher und den Zombies überlegen.

Damit das nicht so bleibt, gibt's in Dying Light einen dynamischen Tag-Nacht-Wechsel. Und bei Dunkelheit war's das dann mit der vermeintlichen Überlegenheit. Denn nachts kommen die fiesen Schattenjäger aus ihren Löchern. Deren Sichtfelder werden auf der Karte markiert, und wir sollten tunlichst vermeiden, von den Biestern gesehen zu werden. Haben sie uns nämlich erst mal im Visier, hilft nur noch die Flucht zur nächsten sicheren Zone, denn sie sind dummerweise ähnlich agil wie wir und lassen nicht locker, bis sie uns in Stücke gerissen haben. 

Die Schattenjäger haben uns beim Test mehrmals das Adrenalin in die Blutbahn und braune Streifen in die Hose gejagt. Allzu ängstliche Spieler können die Nachtabschnitte in den Zwischenlagern deshalb überspringen, mutige Naturen freuen sich in der Dunkelheit dagegen über doppelte Agilitäts- und Kampfpunkte.

In einer Mission musste ich einen ziemlich hohen Funkmasat erklimmen, endlich oben angekommen stand dort ein Zombie der mich sofort angriff. Ich habe mich so erschrocken das ich mich fast eingepinkelt hätte. Solche Schreckmomente gibt es öfters und mann ist ständig ein wenig unter Druck....

Selber untot sein

Im Einzelspielermodus überwiegt die Survival-Komponente, im Koop-Modus für bis zu vier Spieler überwiegt dagegen der Spaß. In jedem sicheren Bereich der Karte lässt sich in Sekundenbruchteilen eine private oder öffentliche Mehrspielerpartie anlegen, danach können wir alle Kampagnenmissionen auch mit mehreren Personen bestreiten. Dadurch werden die Aufträge teils um ein Vielfaches einfacher, und auch die Suche nach wertvollem Loot macht in der Gruppe deutlich mehr Laune als alleine. 

Blöd nur, dass im Koop-Modus deutlich weniger Zombies durch die Straßen von Harran schlurfen und es keine Möglichkeit gibt, Items mit anderen Spielern zu tauschen. Wer dagegen auf die Seite der Untoten wechseln will, stürzt sich in den Rollentauschmodus und schlüpft dort in die modrige Haut eines Nachtjägers. 

Der ist nicht nur irre schnell, sondern kann auch mit zwei Tentakeln größere Strecken überbrücken und menschliche Gegner mit einem One-Hit-Angriff ins Jenseits schicken. Auch wenn der Rollentauschmodus nicht über den Status einer netten Ergänzung hinauskommt, ist er dennoch eine gelungene Abwechslung vom harten Survival-Alltag in Harran.

Hübsche Apokalypse

Optisch macht Dying Light eine Menge her und gehört zu den bisher schönsten Zombiespielen. Obwohl die Hütten und Häuser recht austauschbar aussehen und damit die Orientierung erschweren, wirkt die Stadt durch die vielen Details und insbesondere die herrlichen Licht- und Schatteneffekte sehr atmosphärisch und deutlich vielschichtiger als der Quasi-Vorgänger Dead Island. 

Die schicken Wettereffekte machen ebenfalls eine Menge her und sorgen für genügend optische Abwechslung. Die gibt es bei den Zombiemodellen hingegen nicht, denn gefühlt schlurfen nur drei Untote und deren Hunderte Klongeschwister durch Harran. Zwar gibt es einige Ausnahmen in Form von hammerschwingenden Giganten, flinken, kreischenden Exemplaren oder Viechern, die grünen Rotz auf uns spucken, unterm Strich ist die Untotenauswahl aber enttäuschend mager. 

Die deutsche Vertonung ist nicht lippensynchron und eher zweckmäßig statt überzeugend (warum sprechen in der Türkei eigentlich so viele Menschen mit russischem Akzent?), die restliche Akustik aber ausnehmend gut gelungen. Besonders nachts sorgen die Schreie der Zombies und die atmosphärischen Geräusche für ein flaues Gefühl in der Magengrube.


Mein/unser Fazit:

Ich mag das Setting, dieses bedrückende Gefühl das man permanent hat, besonders wenn es Nacht wird. Die Steuerung ist ok, die Grafik top und die Soundkulisse cool. Ich mag Dying Light, das Setting und das Spielgefühl. Ich habe das Game jetzt bei MMOGA für 13,99€ gekauft, das lohnt sich auf jeden Fall.. Teil 2 ist in Sicht und ich hoffe vorher noch ein paar gute Runden Koop mit der Kampfsau spielen zu können.....